Mit dem Schriftzug "Worte" auf dem Buchregal fing alles an. Irgendwann hieß es: kannst Du das auch für uns machen? Ja, kann ich. Das ist die kurze Version.

 

 

Hier die lange:

 

Wer mein Buchstabendepot besucht, fragt mich zuerst: Warum? Die schiere Masse an Buchstaben aus vielen Jahrzehnten ist zu beeindruckend. Ein oder zwei Buchstaben finden sich ja immer auf Flohmärkten oder bei ebay – aber gleich Hunderte? Nun, ich will die Frage nach dem Warum gerne im Blog beantworten und künftig auch einiges mehr über Buchstaben bloggen.

 

Zwei Momente gab es in den vergangenen zehn Jahren, die ich als Kreuzungspunkte bezeichnen würde. Der Start für das Buchstabenbusiness war mein Stöbern für Buchstaben auf unserem sieben Meter langen Buchregal. Meine Partnerin und ich lesen viel und die Bücher bleiben, überwiegend. Die Wand über unserem Regal erschien mir aber immer zu leer, zu viel Freiraum. Ich kaufte also den ersten Buchstaben, ein O von einer Apotheke. Dann den zweiten, ein T aus einer alten Woolworth-Leuchtreklame. Irgendwann war der erste Schriftzug komplett: Worte stand da. Nach einem Jahr ohne Licht frickelte ich schließlich eine Weihnachtskette durch alle Buchstaben. Wie lange es dann dauerte bis ich gecheckt hatte, wo wie wieviel Lichtlein in welchen Buchstaben passten, weiß ich noch genau: fünf Stunden. Megaätzend aber das Ergebnis ließ sich irgendwie sehen. Und das fanden auch Familie und Freunde, die nun auch Buchstaben aus alter Leuchtreklame haben wollten.

 

 

Schnitt.

 

 

Ein Sonntag früh im Herbst in der Bergmannstraße. Ich warte ungeduldig vor dem Fenster, die Straßen menschenleer, es müsste gleich ein Transporter kommen von der Ostsee. Darin: Buchstaben Made in GDR, ehemaliges Hotel, groß, grün, irgendwie hässlich und speziell aber in jedem Fall einzigartig, weil Vintage und DDR. Es kam dann: ein großer Laster mit 40 fast einen Meter hohen Buchstaben, die nicht nur nicht größer waren als über die Fotos angenommen, sondern ebenso eine handfeste Beziehungskrise auslösten. Kernfrage war in etwa: die oder ich? Und mich die waren die Buchstaben gemeint und mit ‚ich‘ meine Partnerin, die zielsicher die Geduld verlor, denn die Buchstaben mussten ja nun irgendwo hin (und wieder weg). Meine Antwort war zweigeteilt: habe bitte Geduld und ich finde einen Platz. Beides trat ein und nun stehen sie in Berlins größtem Buchstabendepot. Nicht im Buchstabenmuseum, das ja wie ich auch immer wieder neuen Lagerplatz finden muss, sondern in einer ehemaligen Taxigarage mitten in Kreuzberg nahe dem Hermannplatz.

 

Dort stehen sie und werben nur noch für sich und nicht mehr für untergegangene Kaufhäuser, Hotels, Drogerien, Pelz- und Modeläden, Video- und Apotheken, Sex-Shops (daher die X-Buchstaben), Casinos und und und.

 

 

Fragen? Gerne an: tibor.hegewisch@gmail.com

Foto: Ulrike Schaper

 

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